Dr.med. Dr.med.dent. Gerhard Doll – Arzt & Fachzahnarzt für Kieferorthopädie | Rathausstr. 20 | 58239 Schwerte       02304 / 22 00 4 kfo-doll@t-online.de

Schmerzhaftes Zähneknirschen im Schlaf – Das muss nicht sein

Morgens gerädert aufstehen, Kopfschmerzen, Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich, störende Geräusche im Ohr – all das sind Zeichen eines immer häufiger auftretenden Problems: Zähneknirschen im Schlaf. Aber, machen Sie sich keine Sorgen – Ihr Kieferorthopäde Dr. Doll kann helfen!

Zähne zusammenbeißen

Im Alltagsstress zu Hause oder im Beruf heißt es oft „Beiß einfach die Zähne zusammen!“. Dies bedeutet, Schwierigkeiten zu bewältigen, Stress und Befindlichkeitsstörungen klaglos zu ertragen sowie Unangenehmes emotionslos von sich zu schieben. Dennoch müssen unsere Probleme im wahrsten Sinne des Wortes durchgekaut werden. Dies geschieht vor allem nachts, wenn unser Unterbewusstsein Zeit hat, das tagsüber Erlebte zu verarbeiten.

Vom Zähneknirschen im Schlaf ist bereits jeder sechste betroffen. Hiervon sind nicht nur Erwachsene betroffen, sondern auch schon Grundschulkinder.

Was geschieht eigentlich beim Zähneknirschen im Schlaf?

Durch Kauen und Schlucken beläuft sich die gesamte Kontaktdauer der Zähne auf etwa 20 Minuten pro Tag. Leidet jemand allerdings an Zähneknirschen im Schlaf, reiben und mahlen Zähne teilweise 45 Minuten aufeinander herum – und zwar am Stück. Die leeren Kau- und Pressbewegungen finden unter einem bis zu zehnmal höheren Druck statt als beim Essen. Es ist also kein Wunder, wenn unter Zähneknirschen im Schlaf das gesamte Kausystem leidet.

Folgen

Der Zahnhalteapparat wird durch Zähneknirschen im Schlaf sehr beansprucht. Bei den Zähnen kommt es zu einem allmählichen Abrieb der Schneidekanten und der Kauhöcker. Risse im Zahnschmelz treten ebenso häufig auf, wie Absprengungen vom Schmelz im Zahnhalsbereich durch die entstehenden hohen Druckbelastungen. Neben Zerrungen an den Fasern des Parodonts sind auch Zahnlockerungen möglich.

Der Kopf des Kiefergelenks wird durch die hohe Anspannung der Kaumuskeln zu sehr in seine Gelenkpfanne gedrückt. Er löst dort durch Druck auf empfindliche Gelenkstrukturen Schmerzen aus, die sich auf den Bereich vor dem Ohr oder auf die Schläfe projizieren. Aber auch von verstärkten Knackgeräuschen wissen Patienten zu berichten. Bei Bewegungen bleibt hier der Gelenkkopf an den gegenüberliegenden Gelenkstrukturen hängen.

Durch Zähneknirschen im Schlaf bleiben auf Dauer außerdem die Muskeln verhärtet. Es kommt zu sogenannten Myogelosen, Stellen an denen sich der Muskel wegen Übersäuerung und Mikroeinrissen seiner Fasern nicht mehr entspannen kann. Über miteinander verbundene Muskel- und Sehnenfaserzüge kommt es zu Fehlstellungen, die den Rücken, das Becken und sogar die Beinstellung negativ beeinflussen.

Was verursacht diese Fehlfunktionen?

Zumeist steckt hinter dem Zähneknirschen im Schlaf ein hohes Maß an seelischer Anspannung. Die Ursachen reichen von familiären Auseinandersetzungen, persönlichen Ängsten bis hin zu überhöhten Anforderungen im Beruf. Im Laufe der Zeit gewinnen die Probleme durch die Beschäftigung immer mehr an Gewicht und müssen auch während des Schlafs immer wieder „durchgekaut“ werden. Dies kann dazu führen, dass betroffene Menschen sogar im Wachzustand fest die Zähne aufeinander pressen.

Seltener findet man den Grund für das Zähneknirschen im Schlaf im Mundbereich selbst. Dann sind es vor allem zu hohe Füllungen, Kronen- und Zahnersatzprobleme, die als Auslöser erhöhter Muskelspannungen identifiziert werden. Aus kieferorthopädischer Sicht führen Zahnfehlstellungen und Lückenbildungen von Zähnen zu den Fehlfunktionen des Gebisses. Eine zahnärztliche oder kieferorthopädische Therapie muss mit der weiteren Bruxismusbehandlung einhergehen.

Was kann man gegen Zähneknirschen im Schlaf tun?

Entlastung für den Kauapparat bieten vor allen Dingen individuell angefertigte Aufbissschienen, die nachts getragen werden. Das Gebiss bleibt hierdurch vor Abrieb geschützt und der Druck auf das Kiefergelenk wird vermindert. Die Muskeln können sich durch die Sperrung nicht mehr maximal verkrampfen und tendieren zu einer Verminderung der Anspannung. In Zusammenarbeit mit guten Physiotherapeuten gelingt eine zunehmende Lockerung der Kaumuskulatur. Dies spiegelt sich oft auch in einer Verringerung der psychischen Anspannung wieder. Die Art der Schiene wird nach gründlicher Diagnostik und Untersuchung durch den Behandler festgelegt.

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